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Outdoorkocher

Outdoortaugliche Kocher unterscheiden sich hauptsächlich in der verwendbaren Brennstoffart. Es gibt Gaskocher, Spirituskocher und Benzin-bzw. Multifuel-Kocher, von Holz- oder Esbitkochern abgesehen. ...mehr


Mehr Informationen zur Kateogorie "Outdoorkocher"

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  • Primus Eta Power und Trangia

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Kocherinfo (31 kB)

Weitere Beschreibungen

Benzin bzw. Multifuel Kocher:
Bei dieser Art Kocher gibt es zwei unterschiedliche Brennertypen, sogenannte Silent Burner und Roarer (siehe unten).
Beiden gemeinsam ist das Funktionsprinzip:
Zunächst muss mit Hilfe der Pumpe die Brennstoff-Flasche unter Druck gesetzt werden. Die Ausnahme sind Kocher mit integriertem Tank, bei denen der notwendige Druck durch die Kocherhitze bzw. Vorheizen aufgebaut wird.

Damit Benzin (oder Diesel/Petroleum) effizient verbrannt werden kann, muss es zuvor vergasen. Das geschieht durch das Vorheizen des Brennstoffes. Dazu wird eine kleine Menge Brennstoff ausgelassen und angezündet. Dadurch wird Benzin entweder im außenliegenden Benzinrohr (dem sog. Generator) erhitzt, oder aber der gesamte untere Teil des Brenners soweit erhitzt, bis das Benzin dort in der Zuleitung vergast. Man spricht daher auch von innenliegendem oder außenliegendem Generator.
Kocher mit innenliegendem Generator sind etwas kompakter zu bauen, die Topfauflage kann niedriger und damit dichter an der Flamme sein.

Kurz bevor die Vorheizflamme erlöscht öffnet man das Brennerventil und das austretende Gas kann sich mit Luft vermischen und mit sauberer, heißer blauer Flamme verbrennen. Durch die Hitze des Kochers hält sich der Vergasungsprozess selbständig in Gang. Eine ausreichende Vorheiz-Zeit ist unbedingt notwendig, sonst kann es zu
Verpuffungen und Stichflammen kommen.

Moderne Benzinkocher unterscheiden sich nicht großartig in ihrer Leistung. Die Leistung guter Kocher liegt bei etwa 2800-3000 Watt. Unterschiede gibt es aber in der Regulierbarkeit und in Gewicht sowie Packmaß.

Deutliche Unterschiede gibt es auch in der Bauweise und beim verwendeten Material. Es gibt Kocher mit Pumpen aus Plastik und solche mit Vollmetallpumpen. Manche Kocher sind besonders standstabil, andere eher filigran gebaut usw.

Der Silent Burner (oder auch Cobra Burner) ist, wie der Name vermuten lässt, ein sehr leiser Kocher. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Vermischung zwischen Luft und Gas innerhalb einer kugelförmigen Abdeckung stattfindet und die Flammen seitlich aus vielen kleinen Öffnungen austreten. Das Brennergehäuse wirkt dabei schallisolierend.
Der Vorteil ist zwar ein sehr leiser Kocher, der Nachteil allerdings besteht darin, dass die Flamme nicht sehr windstabil ist. Sie kann leicht ausgeblasen werden. Ein Windschutz ist also unerlässlich.
Silent Burner gibt es auch als Multifuel Kocher.

Brenner mit sogenanntem Roarer Design verwirbeln Gas und Luft frei unter dem dafür notwendigen Prallblech. Das geht nicht ohne eine beachtliche Geräuschkulisse ab. Daher auch der Name Roarer. Sie brüllen schon bemerkenswert laut.
Dafür sind sie sehr leistungsfähig, windstabil und können, je nach Düsenauslegung, auch unterschiedliche Brennstoffe verarbeiten. Muli-Fuel Brenner verkraften gewöhnlich Benzin, Diesel und Petroleum. Aber auch Multifuel Kocher sind für Benzin optimiert, andere Brennstoffe sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Sie verschmutzen den Kocher unnötig und sind weniger effizient.

Wie gut und fein sich ein Benzinkocher regeln lässt, hängt wesentlich davon ab, wo die Regelung erfolgt und ob der Generator zum Vergasen innen- oder außenliegend ist.
Gut regelbare Kocher haben das Regulierventil in unmittelbarer Brennernähe, die Regelung erfolgt in der Gasphase.
Ist das Ventil dagegen an der Pumpe, dann hat man nicht nur eine enorme Verzögerung (die Brennstoffmenge im Brennstoffschlauch reicht für gut 1/2 Minute), sie ist auch weniger exakt. Die Regelung erfolgt hier in der Flüssigphase.
Gut konstruierte Kocher erlauben eine Regelung herunter bis zu einer kleinen stabilen Flammengröße, die ausreicht zum Warmhalten. Das erreicht man am zuverlässigsten mit
innenliegendem Generator und Regelung direkt am Brenner.

Benzinkocher sind grundsätzlich lauter (Ausnahme Silent Burner) als Gaskocher und auch wartungsaufwendiger.
Die kleine Brennerdüse mit Typ 0.3mm Durchmesser kann schon mal verschmutzen. Auch die Pumpe muss gewartet und das Pumpenleder regelmässig gefettet werden. Dafür sind Benzinkocher auch bei sehr tiefen Außentemperaturen einsetzbar und der Brennstoff ist weltweit erhältlich.

Benzinwahl:
Tankstellenbenzin enthält giftige Additive, deshalb sollte man ihn nur im Notfall verwenden. Zudem neigen Benzinkocher damit eher zu Ablagerungen und Verstopfungen der Düse. Reinbenzin ist deutlich besser, aber auch teurer.

Spirituskocher:
Der Inbegriff des Spirituskochers ist wohl der schwedische Trangia Kocher.
Der eigentliche Brenner ist eine kleine Metalldose, die in das Bodenteil des Trangia eingesetzt wird. Er funktioniert genial einfach:
Der Brenner besteht aus nur 3 Teilen, einem Innenzylinder, einem Außenzylinder mit kleinen Löchern und einem Regulierring.
Der Brennstoff, der vor dem Anzünden in den Innenzylinder gegossen wurde, brennt zuerst dort und heizt den Außenzylinder auf. Die Dauer dieser Aufheizphase ist von der Außentemperatur und dem Füllstand abhängig.
Der dann aufgeheizte Kraftstoff im Außenzylinder vergast, das Gas tritt über kleine seitliche Öffnungen aus, entzündet sich und brennt dann mit stabiler Flamme. Dies ist eine sehr effektive und kaum hörbare Verbrennung.

Spirituskocher können keinen anderen Brennstoff verbrennen. Dafür hat ein Spirituskocher keinerlei bewegliche Teile.
Spiritus ist begrenzt auch noch bei Kälte einsetzbar. Spiritus selbst ist ein sehr sicherer Brennstoff. Zudem ist Spiritus in Skandinavien der am weitesten verbreitete Brennstoff und praktisch überall erhältlich.
Damit ist der Spirituskocher der unkomplizierteste und verläßlichste Kochertyp. Aber natürlich gibt es auch hier Nachteile. Der Brennwertwert von Spiritus ist gering im Vergleich zu Benzin oder Gas, die Kochzeiten dementsprechend lang. Eine Regulierung der Leistung ist in Grenzen möglich.
Ein Trangia erreicht eine effektive Leistung von etwa 300 Watt. Eine volle Füllung der kleinen Brennereinheit reicht für ungefähr 25 Minuten.
Insgesamt muss man aber mehr Brennstoff mitnehmen, als bei anderen Kochertypen. Ein wesentlicher Grund für die hohe Verbreitung in Skandinavien ist aber seine Robustheit in Kombination mit dem Bodenteil/Oberteil. Damit hat man einen äußerst standsicheren und windgeschützten Kocher der praktisch wartungsfrei ist.

Inzwischen gibt es auch Benzinbrenner- und Gasbrenner-Einsätze für den Trangia. Ein Trangia, mit Spiritus betrieben, ist der einzige Kocher den man "relativ" gefahrlos in der Apsis eines Zeltes benutzen kann, siehe Zeltinfo: Kocher im Zelt.

Gaskocher:
Gaskocher sind im Vergleich zu Benzinkochern einfach in der Handhabung und fast geruchs- und wartungsfrei. Der Heizwert von Gas entspricht in etwa auch dem von Benzin, die abgegebene Leistung ist vergleichbar, das Geräusch dagegen minimal.

Der Betrieb ist denkbar einfach:
Man dreht das Ventil auf und zündet das Gasgemisch an, entweder per Streichholz, Feuerzeug oder per integriertem Piezozünder. Fertig.

Da stellt sich die Frage warum es überhaupt noch andere Kocher gibt. Die Antwort darauf ist einfach. Die Gaskartuschen enthalten ein unter Druck stehendes flüssiges Propan/Butan-Gemisch. Das vergast selbständig, sobald man das Ventil öffnet, aber leider nicht mehr bei sehr tiefen Temperaturen. Selbst auf Kältebetrieb hin optimierte Mischungen mit hohem Propan/Isobutan-Anteil neigen dazu, sich zu entmischen sobald es kalt ist bzw. bei zunehmendem Verbrauch. Der zweite Nachteil ist die nur bedingt vorhandene Verfügbarkeit von Gaskartuschen, zumindest in entlegenen Gebieten.

Neue Entwicklungen:
Der Trend geht derzeit dahin, sowohl Kochzeiten als auch Brennstoffverbrauch zu reduzieren.
Ein typischer Kocher erreicht einen Wirkungsgrad (Ausnutzung des Heizwertes eines Brennstoffes) von um die 40-50 %. Ein Großteil der Energie geht meist am Topf seitlich vorbei bzw. wird über den Topfdeckel abgestrahlt.
Das Problem ist lange bekannt, es gab auch schon Lösungen dafür: Bestes Beispiel ist jener Kocher, den Nansen auf seinen Expeditionen benutzte, leider konstruktionsbedingt sehr schwer und sperrig, aber äußerst effizient.

Leichte Aluminiumtöpfe, die stabil stapelbar waren, um die Abwärme des unteren Topfes mit einem zweiten oberen Topf zu nutzen, gab es auch schon vor 20 Jahren.
Das aktuelle Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt "heat exchanger":
Das ist nicht ganz neu, es gibt schon seit längerer Zeit heat exchanger, die ringförmig um den Topf herum angebracht werden können. Mehrere Firmen bieten aber inzwischen (Gas)Kocher an die als integriertes Topf-/ Brennersystem konzipiert sind. Der Topfboden wird dabei mit einem Lamellenring (ähnlich den Lamellen bei Heizkörpern) versehen, um möglichst viel Hitze an den Topf zu übertragen. Gleichzeitig versucht man, den Brenner möglichst dicht am Topf anzuordnen und abzuschirmen, um Verluste durch Wärmeabstrahlung nach außen zu reduzieren.
Der Wirkungsgrad kann damit in die Größenordnung von 80% gesteigert werden, gleichzeitig sinkt der Brennstoffverbrauch.

Als Anhaltspunkt:
Für 1 Liter Wasser braucht bis zum Kochen bei Umgebungstemperaturen von um die 20 Grad:
- ca. 12-15 Minuten mit einem Spirituskocher
- um die 4-5 Minuten mit einem Benzin- oder Gaskocher
- etwa 3 Minuten mit einem heat exchanger-System

Fazit:
Für den Allround-Einsatz von Frühjahr bis Spätherbst eignen sich alle Kochertypen, die Auswahl kann auf Basis persönlicher Vorlieben, Gas oder Benzin/Spiritus, getroffen werden.

Im Wintereinsatz, bei sehr tiefen Außentemperaturen, sind Benzinkocher im Vorteil.
Für den Wintereinsatz empfiehlt sich ein Untersatz, etwa ein leichter Korkuntersetzer. Das verhindert das Einsinken im Schnee bzw. das Festfrieren auf Eis.

Pro Person und Tag kann man von Frühjahr bis Spätherbst mit etwa 100ml Benzin rechnen, also eine 750ml Flasche pro Woche. Ähnlich bei Gas.
Dabei spielt natürlich auch die Außentemperatur eine Rolle, die Art und Größe der Töpfe sowie die Effektivität eines Windschutzes.
Wenn man nur Fertigmahlzeiten zubereitet, also ausschließlich Wasser kocht, kommt man auch mit weniger Brennstoff aus.
Im Winter, wenn Wasser erst aus Schnee gewonnen werden muss, kann man durchaus auf die 3-fache Menge kommen.









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