Zelt - Informationen
Ein gutes Zelt funktioniert unter allen Bedingungen für die es verwendet werden soll. Das Zelt ist aber auch immer ein Kompromiss. Es gibt kein Zelt, das alle Anwendungsbereiche perfekt abdeckt.
Zelte unterscheiden sich außer in Größe und Gewicht hauptsächlich in ihrer Form und Konstruktion sowie dem verwendeten Material. Und natürlich im Anwendungsbereich.
Es gibt Pyramidenzelte, Firstzelte, Tunnelzelte, Kuppelzelte sowie geodätische Konstruktionen und Mischformen daraus.
Darüberhinaus unterscheidet man zwischen Quer- und Längsschläfern. Beim Längsschläfer befinden sich die Eingänge am Kopf- und Fußende (sofern es 2 Eingänge gibt), beim Querschläfer an den Seiten.
Allen gemeinsam ist, dass sie verlässlichen Schutz gegen Wind und Wetter bieten sollen und einfach aufzubauen sowie zuverlässig und haltbar sein sollen. Natürlich sollen sie so leicht wie möglich sein, wenn sie im Rucksack transportiert werden sollen.
Bei den folgenden Ausführungen wird immer von einer Doppelwand-Ausführung ausgegangen, Einwandzelte werden extra erwähnt.
Die Doppelwandkonstruktion hat den großen Vorteil, dass sich Kondenswasser nicht am Innenzelt sammelt, sondern an der Innenseite des Außenzeltes, wo sie dann ablaufen kann. Damit bleibt das Innenzelt trocken.
Gleichzeitig schützt das Innenzelt effektiv gegen Ungeziefer aller Art. Selbst bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit hat man mit einem Doppelwandzelt ein trockenes Innenzelt.
Pyramidenzelte:
Das Pyramidenzelt, angelehnt an die Lavu der Sami oder Tipis, waren der Standardzelttyp bei frühen Arktisexpeditionen. Das Zelt, das Robert F. Scott auf seiner Expedition zum Südpol benutzt hat, ist ein typisches Beispiel dafür.
Pyramidenzelte sind keineswegs veraltet, ganz im Gegenteil.
Auch heute noch werden sie von Arktisforschern benutzt und erfreuen sich im Outdoorbereich als Lavu / Tipi zunehmender Beliebtheit.
Dafür gibt es gute Gründe: Ein Pyramidenzelt bietet Stehhöhe, ist extrem windstabil und geräumig. Es kann zudem gefahrlos beheizt werden. Nachteilig ist das relativ hohe Gewicht, allerdings gibt es auch bereits Versionen im 3 Kilo-Bereich und weniger - dank moderner, leichter Außenstoffe. Damit rücken kleinere Tipis in den Bereich tragbarer, outdoortauglicher Zelte.
Allerdings muss ein Lavu im Vergleich zu anderen Konstruktionen sehr sauber abgespannt werden, um seine Vorteile ausspielen zu können.
Wer großen Wert auf Stehhöhe, Behaglichkeit und die Möglichkeit der Beheizung legt, sollte sich ein Lavu / Tipi ansehen. Richtig abgespannt sind sie ganzjährig einsetzbar und je nach Konstruktion auch vergleichsweise schnell aufzubauen.
Firstzelte:
Das klassische Firstzelt braucht nur 2 Stangen, eine vorne und eine hinten. Stabilere Versionen haben vorne und hinten A-förmige Gestänge. Sie sind sehr leicht aufzubauen, benötigen nicht viel Aufstellfläche und sind preiswert bzw. unkompliziert in der Herstellung.
Weniger vorteilhaft ist das ungünstige Verhältnis von Stellfläche zu nutzbarer Innenfläche, da die Seitenwände sehr schräg nach unten zulaufen. Dieser Zelttyp ist eher etwas für Nostalgiker, hat aber immer noch seine Berechtigung.
Tunnelzelte:
Tunnelzelte waren und sind vor allem in Skandinavien sehr populär.
Sie bieten von allen Zeltformen das beste Verhältnis von Außenfläche zu nutzbarer Innenfläche, und sie sind vergleichsweise leicht.
Sie benötigen jedoch immer eine Abspannung. Je nach Konstruktion sind sie, richtig abgespannt,
problemlos ganzjährig einsetzbar, sofern das Außenzelt bis zum Boden reicht.
Tunnelzelte sind die erste Wahl, wenn es um größtmögliche nutzbare Fläche bei geringstem Gewicht geht. Die Windstabilität in Längsrichtung ist sehr gut.
Quer zum Wind ist die Abspannung entscheidend. Für sehr hohe Schneelasten sind andere Konstruktionen im Vorteil.
Kuppelzelte:
Das klassische Kuppelzelt ist eine 2-Bogen-Kreuzkuppel-Konstruktion, meist mit einer integrierten
Apsis oder mit angebauter Apsis. Die Apsis kann dann entweder per separatem Gestängebogen aufgespannt sein, oder mit Hilfe einer zusätzlichen Firststange.
Kuppelzelte mit integrierter Apsis sind freistehend, wobei dies meist überbewertet wird. Auch ein Kuppelzelt muss gegen Wind abgespannt werden. Die Stellfläche dagegen ist etwas günstiger als bei einem Tunnelzelt, dafür ist der nutzbare Innenraum im Vergleich zum Tunnelzelt etwas kleiner, da hier alle 4 Außenseiten nach unten zulaufen.
Varianten mit 3 gekreuzten Gestängebögen sind noch etwas stabiler. Der Grundriss wird dabei sechseckig. Der Kuppelzelte sind ideal bei eingeschränkter Aufstellfläche, etwa im Gebirge oder auf Paddeltouren im Schärenbereich, kleinen Felsinseln etc.
Kuppelzelte vertragen relativ hohe Schneelasten.
Geodät:
Geodätische Konstruktionen sind Zelte, bei denen durch den Einsatz mehrerer Gestängebögen eine möglichst hohe Stabilität erreicht werden soll. Sie sind zwangsläufig schwerer als vergleichbare andere Zelttypen und werden entsprechend ihrem Einsatzbereich auch manchmal als Winter- oder Expeditionszelte bezeichnet.
Bei einem Geodäten ist es nicht so entscheidend wie oft sich die Gestängebögen kreuzen, sondern wo und wie:
Das Grundprinzip (Beispiel Olympiadach München) ist dabei, die vorgegebene Fläche in möglichst viele kleine Dreieckflächen aufzuteilen. Das geht bei einer reinen Kuppelkonstruktion sehr gut.
Aus Gewichtsgründen ist man bestrebt nicht unnötig viele Gestängebögen zu verbauen. Ein typisches geodätisches Zelt hat daher vier Hauptgestängebögen, wobei zwei in klassischer Kuppelkreuzform angeordnet sind und zwei weitere diese beiden Gestänge jeweils seitlich überkreuzen bzw. umschließen. Hinzu kommt häufig ein fünfter Bogen für die Apsis.
Das typische Einsatzgebiet für solche Zelte sind Wintertouren oder Gegenden mit häufigen und starken Stürmen. Ein gut konstruiertes und sauber abgespanntes geodätisches Zelt ist bei Sturm oder hohen
Schneelasten deutlich stabiler als andere Zelttypen.
Europäische-Amerikanische Bauweise:
Unter typisch europäischer Bauweise versteht man Zelte, bei denen entweder Innen- und Außenzelt gemeinsam aufgebaut werden oder aber das Außenzelt zuerst (pitch outer first). Dabei bleibt auch im strömenden Regen das Innenzelt beim Aufbau trocken.
Bei der typisch amerikanischen Bauweise ist es umgekehrt (pitch inner first).
Das kann dazu führen, dass das Innenzelt beim Aufbau im strömenden Regen nass ist bevor endlich das Außenzelt darüber kommt.
Bei beiden Konstruktionsarten lässt sich aber das Innenzelt allein aufbauen, als reiner luftiger Mückenschutz im Sommer etwa.
Bei der amerikanischen Bauweise ist das Gestänge zwangsläufig am Innenzelt, das Aussenzelt wird als Hülle drübergespannt. Es ist durch das innenliegende Gestänge damit im Wind etwas leiser und sehr stabil. Ist das Außenzelt nass, kann es als separate Hülle sehr einfach getrocknet werden.
Die klassisch europäische Bauweise hat dagegen die Gestängekanäle am Aussenzelt. Oder gar keine Kanäle mehr und statt dessen ein Clipsystem zum Einhängen des Gestänges. Inzwischen gibt es aber auch Ausführungen mit innenliegenden Gestängekanälen am Aussenzelt.
Gestänge:
Gestänge aus Glasfaser oder Stahl scheiden für outdoortaugliche Zelte aus. Stahl ist viel zu schwer und Fiberglas unter Belastung zu bruchanfällig. Für hochwertige Outdoorzelte kommen daher grundsätzlich nur Aluminiumlegierungen bestimmter Härte und Festigkeit in Frage.
Das Gestänge wird dabei in steckbare Segmente unterteilt, verbunden durch eine Gummischnur. Man erhält dadurch ein kleines Packmaß.
Ob diese nun farbig eloxiert sind oder nicht, ist unerheblich, es sei denn, es dient zur Unterscheidung von ungleich langen Gestängebögen.
Praktisch alle heute verwendeten Alu-Gestänge weltweit kommen von zwei Herstellern. Es handelt sich dabei um wärmebehandelte Aluminiumlegierungen. Die Vorteile sind
Korrosionsbeständigkeit, Resistenz gegen Salzwasser, geringes Gewicht sowie große Härte bei geringer Bruchneigung.
Unterschiede gibt es in der verwendeten Legierung und in der Wärme- und Härtebehandlung. Typische Gestänge sind z.B. 6061-T6 oder 7075-T9.
Die T-Bezeichnungen der Wärmebehandlung reichen dabei von T1 bis T10.
Die 6000er oder 7000er Bezeichnung steht für die verwendete Legierung.
Man sollte Gestänge aber nicht isoliert betrachten. Die Anbringung am Zelt hat ebenso einen Einfluss, wie die Art und Qualität der Segmentverbindung. Bei kleinen Biegeradien muss man die Gestänge vorbiegen, insbesondere ein 7075-T9. Aber auch nicht vorgebogene Gestänge nehmen im praktischen Einsatz meist eine leichte Krümmung an, das ist unbedenklich.
Gestängesegmente, die ja mit einer Gummischnur verbunden sind, sollte man gefühlvoll zusammenstecken und nicht etwa zusammenschnappen lassen. Das schont die Verbindungsstücke. Gerade hier können sich am ehesten Haarrisse bilden.
Beim Abbau das Gestänge von der Mitte aus "falten", dann ist die Belastung der Gummischnur geringer.
Apsis / Eingänge:
Eine Apsis dient als Wetterschutz für den Zelteingang und als Raum für Gepäck.
Eine integrierte Apsis ist dabei zwangsläufig kleiner als eine Apsis mit einem zusätzlichen Gestängebogen.
Ein Zelt mit Apsis bietet auch gewöhnlich zwei oder gar drei Eingänge, seitlich oder von vorne. Damit hat man eigentlich immer einen wettergeschützten Zugang. Ist die Apsis groß, stellt sie auch Wind- und Wetterschutz beim Kochen dar.
Außenzelt:
Hier kommen drei Materialien zum Einsatz. Spezielle Baumwollgewebe bei klassischen Pyramidenzelten, sowie Polyester und Nylon.
Baumwoll/Polyester Mischgewebe kommt überwiegend bei Lavus/Tipis zum Einsatz. Klassisches, speziell gewebtes Baumwollgewebe bei arktistauglichen Pyramidenzelten.
Die meisten Zelte haben allerdings Nylon- oder Polyester Außengewebe.
Nylon- und Polyestergewebe werden als Ripstop Gewebe eingesetzt, es sind deutlich sichtbare starke Quer- und Längsfäden eingewebt, die die Weiter- bzw. Reissfestigkeit erhöhen.
Polyester ist schwerer als Nylon, aber hoch UV-beständig. Es dehnt sich nicht bei Regen. Damit entfällt das Nachspannen.
Nylongewebe sind leicht und können durch Silikonbehandlung UV-resistent gemacht werden. Sie dehnen sich bei Nässe aus und müssen daher gelegentlich nachgespannt werden.
Bei der Silikonisierung unterscheidet man zwischen Silikonbeschichtung, das ist die teurere und bessere Variante, und Silikonimprägnierung.
Die Silikonbeschichtung erhöht zudem die Weiter-Reissfestigkeit.
Die Nähte silikonbeschichteter Zelte können nicht abgeklebt werden. Normalerweise dichtet der verwendete Faden (baumwollumsponnenes Polyester Garn) selbsttätig ab, sofern die Nahtlöcher klein genug sind. Bei Bedarf kann man die Nähte aber mit Silikonabdichter behandeln. Kleine Nahtlöcher erreicht man durch langsames Nähen und/oder gekühlte Nadeln, das dauert länger und erhöht die Herstellungskosten.
Eine PU-Beschichtung ist schwerer als eine Silikonisierung. Dafür ist diese Beschichtung sehr strapazierfähig und wird deshalb hauptsächlich bei Zeltböden verwendet. Zeltnähte können bei einer PU-Beschichtung zudem abgeklebt werden.
Wichtig ist die Wassersäule, der ein Zelt standhält.
Bei Außenzelten reichen 2000-5000 mm völlig aus. Viel entscheidender als eine hohe Wassersäule ist aber die Festigkeit des Gewebes und seine Alterungsbeständigkeit.
Innenzelt:
Als Innenzeltmaterial kommt überwiegend ein leichtes Nylonmaterial und/oder Meshgewebe zum Einsatz. Es ist imprägniert, aber stark wasserdampfdurchlässig. Damit bildet sich Kondensationfeuchtigkeit nur innen am Außenzelt.
Bei Zelten für den Sommereinsatz findet man zum Teil reines Mosquitonetz-ähnliches Meshmaterial. Bei Zelten für den Herbst- und Wintereinsatz Nylongewebe mit Mesheinsatz im Lüfter und Eingangsbereich.
Zeltboden:
Als Zeltboden kommen üblicherweise stärkere Materialien mit PU-Beschichtung und entsprechend hoher Wassersäule zur Anwendung. Dennoch kann es sinnvoll sein, zusätzlich einen sogenannten foot print - eine massgeschneiderte Zeltunterlage - zu benutzen. Das schützt den Zeltboden vor Verschmutzung und vor Beschädigung durch Steine etc.
Zeltböden sollten einer Wassersäule von 5000-10000 mm standhalten.
Reissverschlüsse:
Reissverschlüsse sind eines der am stärksten beanspruchten Teile eines Zeltes. Sie leiden insbesondere durch Verschmutzung, Sand, etc. Man sollte sie also pflegen und ab und zu reinigen.
Defekte Reissverschlüsse sind durch den Hersteller leicht auszuwechseln.
Kondensation und Lüftung:
Kondensation ist in einem Zelt unvermeidbar. Sie ensteht, wenn Luftfeuchtigkeit am kalten Außenzeltstoff kondensiert.
Das passiert besonders bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und bei niedrigen Außentemperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchte, bei Regen oder Nebel etwa. Hohe Luftfeuchtkeit hat man z.B. in Gewässernähe, aber auch durch nasse Kleidung im Zelt, ebenso durch Ausatmung.
Wenn das Zelt über eine Apsis verfügt, sollte diese abgedeckt werden, um Kondensation durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit (nasses Gras) zu unterdrücken.
Die hauptsächliche Abhilfe gegen Kondensation besteht in guter Durchlüftung. Deshalb ist die Anzahl, Größe und Anordnung der Lüfter sehr wichtig.
Ideal ist ein Dachlüfter, da erwärmte feuchte Luft nach oben steigt. Zusätzliche Lüfter sind hilfreich, da sie einen leichten Durchzug schaffen.
Für den Wintereinsatz sollten die Lüfter komplett verschließbar sein, um bei Schneesturm das Eindringen von Schnee zu verhindern.
Heringe:
Unabhängig vom Anschaffungspreis des Zeltes sind die mitgelieferten Heringe nicht für alle Einsatzbedingungen geeignet. Man sollte sich also zusätzliche Heringe gönnen.
Für normale Böden empfehlen sich V-förmige Heringe oder Zeltnägel aus Aluminium.
Für den Zelteinsatz im Winter oder auf stark sandigen Böden braucht man dagegen spezielle Winterheringe bzw. Sandheringe mit größerer Fläche. Diese gräbt man bei pulvrigen Bodenverhältnissen quer im Boden ein. Im Schnee frieren sie dann schnell fest und halten auch Sturmstärken stand.
Abspannung:
Jedes Zelt muss abgespannt werden.
Dazu gibt es Abspannleinen mit Schnellklemmung. Diese sollten bei Zelten für den Wintereinsatz auch mit Handschuhen bedienbar sein, man kann sie gegebenenfalls gegen größere Klemmteile austauschen. Ideal sind Zelte mit außenliegendem Gestänge und Clipsystem, da hier das Gestänge frei liegt und man die Abspannleinen frei wählbar direkt am Gestänge anbringen kann.
Lebensdauer:
Gut gepflegt, also nach einer Tour gereinigt und trocken gelagert, hält ein qualitativ hochwertiges Zelt gut 10-15 Jahre, auch bei jährlich mehrwöchigem Einsatz. Der größte Feind hochwertiger Zelte ist nicht das Wetter, sondern die UV-Strahlung.
Deshalb sollte man kein Zelt länger als unbedingt notwendig der prallen Sonne aussetzen. Intensive UV-Strahlung über längere Zeit (Wochen) kann auch ein teures Zelt rasch ruinieren.
Zeltwahl und Zeltgröße:
Für die allermeisten Unternehmungen ist prinzipiell zwar jeder Zelttyp geeignet. Entscheidend sind jedoch die persönlichen Bedürfnisse und der Einsatzbereich sowie die
Einsatzdauer.
Mit einem Einwandzelt für den Alpineinsatz den Sommerurlaub auf einem Campingplatz zu verbringen, ist dabei sicher nicht der richtige Ansatz.
Je genauer man sein persönliches Anforderungsprofil hinsichtlich Größe, Gewicht, Stabilität, Platzangebot und Komfort, Preis, etc. festlegt, umso leichter sollte die Auswahl fallen.
Es gibt kein Zelt, das für alle möglichen Anforderungen gleichermaßen gut geeignet ist. Hier braucht es einen Kompromiss. Wer ein geodätisches Zelt sucht und nicht mehr als 2 Kilo tragen möchte, wird ebensowenig Glück haben wie bei der Suche nach einem sturmstabilen, extrem leichten Zelt unter 100 Euro. Denn bestimmte Kriterien schließen sich gegenseitig aus.
Als Wetterschutz reicht ein Zelt, das neben der passenden Liegelänge eine Breite von rund 60-70 Zentimeter pro Person bietet. Komfortabel ist das nicht.
Wenn man davon ausgehen muss, auch einmal ein paar Tage wetterbedingt im Zelt verbringen zu müssen, sollte man mehr Platz zur Verfügung haben.
Als Faustregel gilt: Ein 2-Personenzelt, wenn man auf Solotour ist, ein 3-Personenzelt, wenn man zu Zweit unterwegs ist, usw.
Das gilt insbesondere im Winter, wo man wegen der voluminöseren Ausrüstung ohnehin mehr Platz braucht.
Generell gilt, so wie bei allen anderen Ausrüstungsgegenständen: Unbedingt Ausprobieren. Das betrifft besonders den Aufbau eines Zeltes und speziell bei Zelten für den Wintereinsatz. Für gemäßigte Wintertemperaturen um die -20 Grad muss das Zelt wenigstens mit dünnen Seidenhandschuhen aufbaubar sein. Bei deutlich tieferen Temperaturen, mit etwas dickeren Fleecehandschuhen. Beim Probeaufbau sollte man das also mit entsprechenden Handschuhen ausprobieren.
Pflegetipps:
- Verschmutzungen am Außenzelt nur mit einem weichen Schwamm und etwas Seife abwaschen, nicht fest reiben. Die Beschichtung ist gegen Abrieb empfindlich.
- Keinesfalls ein Zelt in die Waschmaschine stecken.
Reissverschlüsse nach einer Tour mit einer Zahnbürste reinigen. Man kann Reissverschlüsse auch mit einem Kerzenstummel oder Silikon behandeln, dann laufen sie leichter.
- Ein Zelt sollte nur absolut trocken gelagert werden, idealerweise frei hängend oder locker in einem etwas größeren Packbeutel.
Kochen im Zelt:
Kochen im Zelt ist ein kontroverses Thema. Abgesehen von der verstärkten Kondensbildung birgt es etliche Gefahren mit sich. Einerseits kann es insbesondere bei Verwendung von Benzinkochern zu Stichflammen kommen. Das ist fatal, da moderne Zeltgewebe blitzartig Feuer fangen können.
Andererseits ist es nicht wirklich lustig, wenn in einem doch eher kleinen Zelt der Kocher samt Topf durch Unachtsamkeit umfällt.
Nicht umsonst weisen alle Kocherhersteller darauf hin, dass ihr Produkt nicht für den Betrieb im Zelt gedacht ist. Von der Abgasproblematik und Vergiftungsgefahr ganz abgesehen.
Dennoch gibt es Situationen wo es fast unmöglich ist draussen zu kochen, bei Sturm oder starkem Regen. Obwohl es sinnvoller ist zu warten bis das Wetter besser wird kann man unter solchen Bedingungen zur Not in der Apsis kochen:
Dazu sollte die Apsis aber entsprechend gross sein (man kann, sofern möglich, dazu auch einen Teil des Innenzeltes aushängen), wenigstens halb geöffnet sein und ein einigermassen risikofreier Kocher zum Einsatz kommen. Teilweises Aushängen des Innenzeltes ist auch deshalb sinnvoll da das leichtere Innengewebe schneller Feuer fangen kann, insbesondere Meshgewebe.
Mit der nötigen Sorgfalt und Vorsicht kann man durchaus in der Apsis kochen.
Ein Trangia Kocher ist da erste Wahl, die Gefahr von Stichflammen existiert hier nicht. Ein Benzinkocher sollte sicherheitshalber wenigstens ausserhalb der Apsis vorgeheizt werden.
Auch ein Gaskocher kann unter Umständen Stichflammen erzeugen, etwa wenn er aus Unachtsamkeit umfällt und Flüssiggas austritt.
Ein Zelt bei tiefen Temperaturen per Kocher aufzuheizen ist überhaupt keine gute Idee.
Abgesehen von den bereits erwähnten Risiken müsste man für gute Durchlüftung sorgen um die Abgase raus zu bekommen. Das führt dann zwangsläufig zu Wärmeverlusten. Da ist es sicherer in den Schlafsack zu kriechen oder wärmere Kleidung anzuziehen.
Einwandzelte für alpinen Einsatz:
Für den alpinen Einsatz auf kleinen Stellflächen werden häufig Einwandzelte verwendet. Hier kommt es nicht so sehr auf Komfort an, sondern auf Wetterschutz und schnellen, unkomplizierten Aufbau unter widrigen Bedingungen, sowie auf geringes Gewicht und minimale Stellfläche. Mehrere Eingänge oder eine geräumige Apsis sollte man hier nicht erwarten.
Bei Einwandzelten besteht die Außenhaut aus dampfdurchlässigem, aber wasserdichtem Material. Damit Kondenswasser nicht innen abtropft, ist die Innenseite mit einer saugfähigen Schicht versehen oder angerauht. Dort kann sich Kondenswasser sammeln und gelangt als Wasserdampf dann nach außen, bzw. friert fest und kann beim Abbau abgeschüttelt werden. Abtropfen von Kondenswasser wird so überwiegend verhindert, ist aber nie auszuschließen.
Da das Zelt nur dampfdurchlässig ist und direkt mit dem Boden verbunden, also eine sehr dichte Hülle darstellt, muss eine permanente Zwangsbelüftung gewährleistet sein. Dazu gibt es typischerweise zwei oder mehrere Lüfter, meist am Dach oder seitlich oben angebracht.
Auch Snowflaps sind meist vorhanden, diese lassen sich im felsigen Gelände auch mit Steinen beschweren, um zusätzliche Stabilität zu erreichen.
Spezielle Ausführungen haben zusätzliche Öffnungen, um das Zelt bzw. die Bewohner, zum Beispiel auf schmalen Felsvorsprüngen, zu sichern.
Die meisten Einwandzelte haben ein innenliegendes Gestänge. Zum Aufbau kriecht man in die Hülle und baut somit das Zelt von innen auf.
Ein Einwandzelt wiegt zumeist auch weniger als ein vergleichbares Doppelwandzelt, oder es hat bei vergleichbarem Gewicht eine höhere Stabilität.
Einwandzelte sind freistehende Konstruktionen.
Da meist eine Apsis fehlt, sind Einwandzelte typische Alpinzelte für den winterlichen Einsatz am Berg. Für den normalen Trekkingeinsatz kommen sie eher nicht in Frage.
Wir bieten Österreichs größte und wirklich lagernde Zeltauswahl!
Diashow - In der Wildnis zu Hause! (Teil1)